Wer derzeit versucht, mich auszumachen, dem gelingt es leicht: Ich trage einen leuchtend orangen Hoodie (Kapuzenpullover) mit einem fetten lila Aufdruck.
Außerdem ist mir eben, nach über 45 Jahren auf Erden, bewusst geworden, dass man Kapuze nicht mit „t" schreibt.
Warum ich das „t" immer mitspreche, obwohl es gar nicht drinsteht? Keine Ahnung.
Okay, das ist zumindest mal eine Veränderung, die man 2026 bewältigen kann und wird.

Vater hatte in den letzten Tagen immer wieder kleine Nießattacken über sich ergehen lassen müssen, doch insgesamt geht es ihm gut.
Im Gegensatz zu Mama, die – weil sie nicht anders konnte – auf dem Sofa lag.
Wenn Mama mal flachliegt, dann ist das nie ohne.
Da sie zu gerne ihren Pflichten nachgeht, sah ich es als meine Pflicht an, ein wenig Krankenpfleger-Sohn zu sein.
Der Job hielt sich in Grenzen, da Mama die meiste Zeit schlief.

Vater und Bruder waren Handys kaufen. Bruder brauchte ein Neues, und Papa war als Berater mit dabei.
Während ihrer Abwesenheit flogen dicke Schneeflocken gegen die Fenster und zur Erde. Eine Zeitlang sah ich dem Spektakel gerne zu.
Die Verzauberung durch den Schnee blieb jedoch völlig aus – wahrscheinlich, weil ich innerlich in mich hineinjammerte.
Ich hatte auf fast alles Lust, aber definitiv nicht darauf, mich warm einzupacken und Schnee zu kehren.

Offenbar habe ich nun einen meiner drei Wünsche bei einer unsichtbaren guten Fee aufgebraucht – anders kann ich es mir nicht erklären. Kaum zehn Minuten später lag kaum noch Schnee.
Mit den anderen zwei Wünschen gehe ich vorsichtiger um.

Schon bald darauf waren Vater und Bruder zurück – mit Bruders neuem Handy und einer Schneegeschichte.
Auf der Heimfahrt in Worms hatte es so stark geschneit, dass sie kaum etwas auf der Straße erkennen konnten. Seit vielen Jahren hatten sie solchen Schneefall nicht mehr erlebt.
Doch kaum aus Worms heraus, war alles wieder frei.

Mit Vater – Mama schlief ja – sah ich ein kleines TV-Filmchen, das uns wunderbar unterhielt, einfach weil wir uns dabei wunderbar unterhielten.
Dann sahen wir fast von Anfang bis Ende die Ausgabe „Einer wird gewinnen" mit „Hans-Joachim Kulenkampff" aus dem Jahr 1968.
Was für ein Aufwand, was für ein Prunk. In meinem Kopf war die Show als ernste Quizshow abgespeichert – bei der der „Kuli" ab und an mal einen Spruch heraushaut.

Doch dem war nicht so. Die Show war sehr heiter, beschwingt und aufwendig produziert.
Ein Live-Orchester, Kostüme bei den Ratenspielen (z. B. setzten sie internationalen Polizisten die richtigen Kopfbedeckungen auf) und humorvolle Spiele.
Papa und ich mochten diesen locker-leichten Flair. Er tat niemandem weh und passte perfekt zum 2. Januar 2026 und zu unserer Gemütslage.

Jetzt bleibt zu hoffen, dass Mama schnell wieder vollständig auf die Beine kommt.
Ich fiebre ein wenig mit – nicht, weil ich krank bin, sondern weil der Alltag am Montag und meine Sportgruppen (und Sportfamilien) wieder warten.



Passt gut auf euch auf und seid nett zueinander, wer immer ihr auch seid!?