Datum: Samstag, 25. Juli 2026
Uhrzeit: 17
Uhr 9
Ort:
Bahnhofsplatz, Worms
Leute und ich
verwehrten einer Frau 2 Euro für ein Bier.
Sie flehte und bettelte mit wankendem Gang und lallender Sprache um die 2 Euro.
Sie – die
Flehende – versprach für 2 Euro, den Krieg zu beenden.
Sie sagte zwar nicht explizit, welchen Krieg sie mit dem kleinen Geldbetrag
beendet hätte. Aber günstiger wäre wohl nie ein Krieg zu Ende gegangen.
Das wäre
sogar mir, „kleinem Geizkragen“, im Nachhinein die 2 Euro wert gewesen, wenn
ich nun so darüber nachdenke.
Sollte ich
die Frau – schätzungsweise in ihren Fünfzigern – wiedersehen, werde ich ihr 5
Euro in die Hand drücken. Dann kann sie nämlich gleich zwei Kriege beenden. Was
vom Geld übrig bleibt, darf sie natürlich behalten.
Auch wenn
mich die Situation mit dem 2-Euro-Weltfriedensbier sehr zum Schmunzeln brachte,
tat mir die Frau trotzdem leid.
Hinter solchen Momenten steckt ja schließlich immer auch ein echter Mensch -
aus Fleisch und Blut - mit (s)einer eigenen Geschichte.
Ich hoffe, dass ihre Geschichte irgendwann doch noch gut ausgeht.
Bevor ich das Haus Richtung Worms verließ, saß die Familie um den Küchentisch.
Sie aß Brötchen von einer Discounter-Bäckerei, frisch und zumeist mit
Marmelade. Entspannt und zufrieden.
Ein
Ganzkörperdeo nehme ich von Worms mit nach Hause.
Ich war neugierig. Auf der Deospraydose steht sinngemäß, dass es selbst für die
dunkelsten Ecken geeignet ist. – Kopfkino.
In mir
herrscht gerade ein Übermaß an Relaxtheit.
Dass mir das
Deo zusätzlich Frieden bringt, glaube ich eher weniger.
Aber möglicherweise ja – wie versprochen – mehr Abkühlung und Frische gegen die
36 C heute und die ähnlich vorausgesagten Temperaturen an den nächsten
Sommertagen.
Passt gut auf euch auf und seid nett zueinander, wer immer ihr auch seid!?
