1 Uhr 54 ist
es gerade. Vor ungefähr einer halben Stunde grollte es draußen, es blitzte
zweimal, und durch das offene Fenster nahm ich ein rhythmisches Prasseln wahr. -
Hurra, die Abkühlung ist da!
Das war sie
auch – für vielleicht drei bis fünf Minuten.
Seitdem habe ich allerdings das Gefühl, dass ich noch mehr schwitze als zuvor.
Ins Schwitzen
geriet ich heute auch nach einer Trainingseinheit.
Die erste hatte ich ausfallen lassen. Warum? Klar: Biowetter und Temperaturen.
Es wurde ein
massiver Zaun errichtet, der es mir unmöglich macht, mit meinen Sportfamilien
den Außenbereich der Sportanlage zu erreichen, ohne durch die Halle gehen zu
müssen.
Also sagte der 1. Vorsitzende meines Vereins, dass er den Bürgermeister anrufen und die Situation klären werde. Sollte etwas sein, solle ich mich sofort melden. Er kümmere sich darum, denn uns von der Sportanlage auszusperren, sei nicht richtig.
Von der
Fußballseite können die Verantwortlichen des Fußballclubs weiterhin auf ihren
Rasen gelangen. Doch für uns bleiben – trotz anderer Absprache – die Türen zum
gelobten Land verschlossen.
In den
vergangenen Jahren war das kein Problem. Wir konnten einfach an der Außenseite
der Halle entlanglaufen, solange diese während der Sommerferien für mehrere
Wochen geschlossen war. -Und gut war es.
Das Training
selbst war eine sehr gute Einheit.
Danach kam ich durch die Halle und wurde von der zuständigen Person für die Halle in Empfang genommen. Ihren Ehemann hatte sie ebenfalls dabei.
Er wurde
sofort deutlich und fragte, wie ich durch die Halle gehen könne: „Gesperrt
heißt gesperrt.“
Als ich
erklärte, dass dies abgesprochen und von zuständiger Stelle genehmigt worden
sei, kam sofort der nächste Punkt.
Die Toiletten wären nun verdreckt, seine Frau müsse diese erneut reinigen. Man habe sogar ein Toilettenpapier im Bereich der Toiletten gefunden.
Der Ehemann
der Hallenwartin sagte außerdem, er habe bereits den Bürgermeister angerufen,
sich über mich beschwert und erzählt, dass ich mit meinen Sportlern die Halle
verdreckt hätte.
Aus meiner Sicht entsprach dieser Vorwurf nicht den tatsächlichen Abläufen!
Ein junges
Geschwisterkind hatte schlicht vergessen, dass die Hallen gesperrt sind, und
war auf der Hallentoilette.
Dass dieses Mädchen etwas verdreckt haben soll – zumal das Toilettenpapier im
Männer-WC gefunden wurde – halte ich für sehr unwahrscheinlich.
Meine
Sportkinder und Jugendlichen haben während der Zeit der Hallensperrung nichts angerührt. Sie
waren weder in der Turnhalle, noch in den Kabinen, noch auf dem Hallen-WC.
Nur wenige Meter von der Halle entfernt befindet sich unser Vereinsheim. Dort
konnten die Sportfamilien die Toiletten nutzen.
Trotzdem fiel der Satz: „Ab morgen hängen wir Ketten vor die Tür.“
Zu meiner
Überraschung fanden wir dann doch noch – auch mit meinem Vater als
Unterstützung – einen Kompromiss: In Zukunft soll noch deutlich mehr
miteinander gesprochen werden.
Dennoch steht
weiterhin die Aussage im Raum: Die Ketten kommen an die Halle. - Gesperrt wäre
schließlich gesperrt.
„Freundchen“ – das werden wir mal sehen.
Mit
„Freundchen“ meine ich übrigens nicht das „Freundchen“ aus meinem Stammchat.
Von dieser Stelle aus einmal liebe Grüße an dich.
Die Herausforderung, für meine Trainingseinheiten und meine Sportfamilien einzustehen, nehme ich jedenfalls aus vollem Herzen an.
Am Abend
schrieb ich allen Vorsitzenden und sämtlichen Vorstandsmitgliedern meines
Vereins eine lange und ausführliche E-Mail über die Zwischenfälle.
Anfangs war
mein Kopf voller Groll, vielleicht sogar ungewohnt boshaft.
Doch nach fünf Minuten eines unsinnigen Verrisses, der niemandem weitergeholfen
und nur mehr Leid gebracht hätte, löschte ich diesen ersten Entwurf.
Stattdessen schrieb ich eine deutlich neutralere elektronische Nachricht an den Vereinsvorstand. - Vier DIN-A4-Seiten lang.
Darin standen nicht nur die Vorkommnisse vom Montag, sondern auch die Irrungen und Wirrungen der vergangenen Jahre rund um den Außenbereich.
Ich hoffe, dass dadurch nicht nur die Eingeweihten, die sich intensiv mit dem Verein beschäftigen, sondern alle verstehen können, worin das Problem liegt und wie es überhaupt dazu kommen konnte.
Es ist warm.
Der Schweiß läuft mir vom Kopf.
Tropf. Tropf.
Es ist eine Mischung aus Kampfschweiß, einem Quäntchen Angstschweiß und dem Gefühl, dass nicht nur vom Himmel weiterhin hitzige Tage auf mich zukommen könnten, sondern vielleicht auch noch einige Herausforderungen rund um die Halle und den Außenbereich.
Ach so … Ich wollte den Blog ja weiterhin positiv enden lassen.
Nicht, weil ich es muss, sondern weil ich es kann.
Mit Papa, mit
dem ich alles noch einmal Revue passieren ließ, schaute ich eine halbe Stunde
den „Jauch“.
Das war unterhaltsam produziert.
Und manchmal braucht man genau so etwas: locker, leicht, vertraut und angenehm
seicht, ohne dass es einem wehtut (zumindest solange man nicht selbst auf dem
Quizstuhl sitzt und einen Haufen Geld verliert).
Passt gut auf euch auf, wer immer ihr auch seid!?
