Ein
sommererleichternder Donnerstag liegt hinter mir.
Die Sonne brannte wieder uns Menschlein nieder. Man schleppte sich so
durch die Fußgängerzone. Bis zu dem Moment, als ein Wind aufkam und einem über
Stunden Kühlung schenkte. Was nichts daran änderte, dass die Sonne weiterhin
ihr gefühlt unendliches Sommerdasein zelebrierte.
Diese Kühlung war erfrischend, als würde einem die ganze Zeit ein Ventilator auf mittlerer Stufe – genau vorm Gesicht – Wind um die Nase wehen.
Dennoch, auch wenn
das Lesen besser klappte.
Trotz der Frische durch den Wind.
Ich war auch ein wenig matschig von den vergangenen Hitzenächten und
dadurch emotionaler unterwegs.
Sprach mit mir selbst. Schimpfte mich einen Esel, dass ich vor Tagen
meinem Bruder doch kein Geburtstagsgeschenk gekauft hatte.
Auch Bruder ist mittlerweile ein Jahr älter. Dazu demnächst, wenn ich
Lust habe, im Blog mehr.
Um es
vorwegzunehmen: Ich blieb in Sachen Geburtstagsgeschenk für Bruder ein Esel.
Eine Beobachtung
einer anderen Sommererleichterung:
Unweit der „Kaiserpassage“ (Worms größtes Einkaufszentrum) steht eine
kleine Kirche, die gar nicht mal so klein ist. Davor stehen zwei Bänke. Auf der
einen saß gerade ich, als ein Mann, der an zwei Krücken lief – und das nicht
besonders stabil – sich auf die andere Bank setzte, die Krücken an die Seite
bugsierte, einen tiefen Seufzer ausstieß, sich hinlegte, einen Augenblick in
die Sonne blinzelte, sein Handy zückte und darauf herumscrollte.
Als ich über eine Stunde später nochmals an der Sitzbank vorbeikam, lag der Mann noch immer da. Sieht man davon ab, dass er nun mit dem Kopf dort auf der Lehne lag, wo zuvor noch seine Füße gelegen hatten. Er wirkte sehr zufrieden, mit dem Sommer, der Hitze und sich – trotz seines sichtbaren Handicaps – im Einklang.
Aus seinem Handy
hörte ich die Anfangstöne von „Ring of Fire“ von „Johnny Cash“. Ich bin ja fast
mehr mit der Version der „H-Blockx“ von „Ring of Fire“ als mit dem Original
aufgewachsen. Jahre hatte ich diesen Song nicht mehr im Ohr.
Auf alle Fälle schaltete er den Song schnell wieder ab – das war ihm in
der Öffentlichkeit dann offenbar doch zu laut.
Ein dunkelgrünes T-Shirt ist, sobald es gewaschen ist, der neueste Mitbewohner
in meinem Kleiderschrank. Gerade wohnt das Shirt allerdings noch in einer
Wäscheschüssel-WG mit Sportsocken und einem ärmellosen Basketball-Leibchen zusammen.
Ich bin froh, nicht armlos zu sein und auch sonst kein größeres körperliches Handicap mit mir herumzutragen. Und sicher bin ich, sobald ich mich aufs Bett lege, auch nicht mehr schlaflos, was mich ebenso freuen würde.
Die Müdigkeit ist nämlich gerade dabei, mich langsam zu zermürben – wie der gefühlt einfach nicht enden wollende Hitzesommer 2026.
Passt gut auf euch auf, wer immer ihr auch seid!?
