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„Samstag & Dinge aus diesem Sonntag (bis 21 Uhr 44)“

John Baker Sander
25. August 2026(bearbeitet)
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Normalerweise setze ich in meinen Blogs die Überschrift erst zum Schluss über den Blog. So dass die Überschrift eigentlich die Unterschrift des Blogs ist. Ob es wohl jemanden aufgefallen ist, dass ich in den vergangenen Tagen immer den Wochentag in die Überschriftentitel einbaute?


Ich nahm gestern unvorhergesehen an einer Demonstration gegen Nazis vor dem Wormser Hauptbahnhof teil. Ich hatte gar nicht mitbekommen, dass die am Samstag stattfand.

Dass in Worms „was im Busch“ war, bekam ich erst mit, als der Busfahrer nicht die übliche Strecke in Worms einschlug.

Plötzlich brüllten die Fahrgäste den Busfahrer an: „Wo fährst du denn hin?“ Der antwortete zunächst nicht. So dass ich mein Buch in die Tasche verstaute und erstmal leicht besorgt auf meinem Gästefahrplatz sitzen blieb.

Ich dachte schon bei mir: Wenn der Kerl nicht innerhalb einer Minute anhält, gehe ich vor zum Fahrerplatz und sage: „Ich will sofort aussteigen.“ – Total übertriebene Reaktion meinerseits.


Der Busfahrer kam wahrscheinlich nur seiner Pflicht nach und parkte auf der Rückseite des Busbahnhofes. So dass man, um in die Stadt zu gelangen, durch die Unterführung und den Bahnhof hindurchmusste.

In die Wormser Innenstadt ging es nur direkt durch den Bahnhof.

Die nähere Umgebung war gut abgesperrt. So ein Polizei- und Aufgebot vom Ordnungsamt habe ich in Worms selten gesehen. Auch Polizisten mit Knüppeln in der Hand und Helmen sehe ich hier meist wenig bis gar nicht.

Da waren offenbar auch Spezialkräfte mit dabei. In offenen Polizeibussen konnte man hineinschauen, wo Polizisten saßen und auf Monitoren – offensichtlich die Umgebung – überwachten.

Ungefähr 70 Leute gegen „Nazis“ fanden sich ein, die aber teilweise ordentlichen Radau machten wie für 210.


Gleichzeitig hatte man einer Gedenkveranstaltung für „Rudolf Hess“ auf dem Bahnhof zugestimmt. Ungefähr die Hälfte der Demonstranten fand sich auf der anderen Seite des Bahnhofs, durch schwere Metallgitter abgesperrt, ein.

Die einen schwenkten Flagge um Flagge, die anderen riefen, sie fänden eine solche Verherrlichung von Verbrechern Kacke.

Irgendwann räumten die „Nazis“ das Feld, nachdem die überlegene Schar der Demonstranten immer wieder gebrüllt hatte: „Nazis aus unserer Stadt.“


Ich muss dringend an meinem Weltbild arbeiten.
Diejenigen, die dort für ein mir unverständliches Weltbild seltsame Flaggen mit Symbolen schwenkten, die meiner Meinung nach für Leid stehen, waren keine Glatzenträger. Zumindest die meisten nicht.

Die sahen jetzt auch, mit einigen Ausnahmen, nicht besonders bedrohlich aus. Womit ich mir echt schwertat, war, dass da so viele Frauen mit dabei waren. Teilweise standen sie auch in Gespräche vertieft an der Seite, uninspiriert und wenig hingebungsvoll herum und waren – das fiel nicht nur mir auf – auch fast alle recht sommerlich gekleidet.

Ich bin da offenbar ein Chauvi hoch zehn.

Für mich stehen Frauen zu 99 Prozent für etwas Weiches, Angenehmes – und ja, ich weiß natürlich auch: Frau kann die Krallen ausfahren und wortreich sein und körperlich sein. Und dennoch finde ich an Frauen gerade das gut, dass sie meist angenehme Geschöpfe sind, mit denen ich bisher doch gut bis unendlich hervorragend auskam.

Mich würde echt interessieren, da die Frauen sich auf Naziseite nicht sonderlich hervortaten, wie viele nur aus Loyalität zu ihrem Freund oder Ehemann diese Gedenkveranstaltung besuchten?


Was mir am wichtigsten war:
Soweit ich das sah, gab es keine Ausschreitungen von keiner Seite. Alles blieb friedlich und gütig.


Eine interessante Erfahrung, da anfangs in der Demonstrantentraube zu stehen, war das allemal. Irgendwann sagten meine Ohren Nein zu dem wichtigen Lärm, und ich wich auf eine Art Tribünenplatz hinter ein schweres Metallgitter in der Nähe des Bahnhofseinganges aus.

 

Der Sonntag war ein schöner. Ein angenehmer.
Ausschlafen. Nichts tun – zwei, drei organisatorische Dinge vorbereiten.

Mit Eltern Baguettes und Würstchen und Kartoffelsalat essen. Eine ungewöhnliche Kombination. Selbst für unsere Verhältnisse. – Aber das musste laut MDH alles weg.

Ich nahm an einem Quiz in meinem Stammchat teil.

Wurde dank der ein oder anderen popkulturellen Frage (Asterix und Co.) Dritter. Und nein, es gab nicht nur drei Quizteilnehmer.

Auch bekam ich mal wieder vor Augen geführt, dass ich in Sachen Allgemeinwissen (noch) nicht zu den stärksten Usern gehörte.

Am schwersten tat ich mir bei Fragen über Pflanzen oder Tiere und bei allem, was in Richtung leichter Kunstsachverstand ging.


Jetzt sitze ich hier, schreibe Blog mit ganz viel Bock.
Gleich geht’s nochmal eine halbe Stunde zu meinen Eltern, bevor ich mich erst ins Bett und dann in die neue Woche stürze.



Passt auf euch auf, wer immer ihr auch seid!?

*Blog wurde am Sonntag, 23. August 2026 verfasst*

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