Einige
Gruppenbilder sammelte ich beim Backfischfestumzug 2026 ein. Es hätten deutlich
mehr sein können.
Da ich wie im
vergangenen Jahr erst eine Dreiviertelstunde vor Umzugsbeginn in Worms war. Das
lag daran, dass der Herr Blogschreiber erst um 5 Uhr den Weg ins Bett fand. Um
neun klingelte zuverlässig der Handywecker. Er klingelte und wurde innerhalb
von Sekunden abgestellt und die Aufstehzeit auf weitere zwei Stunden nach
hinten verschoben.
Dann schälte
ich mich doch aus dem Bett.
Gut, dass alles gepackt und vorbereitet war (Foto sauber, Akkus geladen,
Trinkflasche gefüllt etc.).
Der Bus war
voll („gestoppte voll“, sagt man bei uns auch im Sprachgebrauch, der Begriff
war durchaus passend).
Ich hatte
meinen Bussitzplatz sicher, da meine Haltestelle eine der frühesten ist, die
der Bus ansteuert.
98 % meiner Mitfahrer stiegen auch in Worms aus. Alle, nehme ich an, mit dem Ziel Backfischfestumzug oder zumindest Backfischfest auf dem Festplatz. Der Hinweg war nervig, da man im Grunde in Dauerschleife nur zwei Worte vernahm: „Bitte durchgehen“.
Kaum hatte
ich mich am Aufstellplatz eingefunden, ging es schon los mit Wohlfühlen. Musik
schallte mir entgegen. Freundlich, fröhlich – nicht immer meines, doch immer
heiter und positiv.
Ich
fotografierte, dass es sogar mal wieder besser war. War mit mir, der Welt und
vor allem mit den Menschen in dieser Welt zufrieden. – Da waren alle nett. Ja,
ich meine alle. Also wirklich alle, nicht nur im Falle eines Falles, sondern
alles war da freundlich und hilfsbereit.
Kaum zu
glauben, doch so war es. Dazu spielte auch noch die Sonne mit – schickte das
passende Wetter.
Ich wurde gebeten, Fotos zu machen, und bat darum, machen zu dürfen.
Keine Gruppe sagte: „Nein“, und ich natürlich auch nicht.
Beim Umzug – schon wieder trifft die Aussage „es war gestoppte voll“ zu.
Normalerweise nehme ich mal den 2025er und 2026er Jahrgang aus, sichere ich mir ein für mich attraktives Stehplätzchen rechtzeitig vorher, sodass ich ca. 40 Minuten vor Backfischfestumzugsbeginn irgendwo in der Nähe des Straßenumzug-Starts ausharre.
Ich fand eine
kleine Zuschauer-Parklücke nach einigem Suchen. Erleichterung.
Nicht einmal wurde mit mir gemeckert. Und auch ich hätte mir Gründe aus der
Nase ziehen müssen, um mit jemandem zu meckern. Das war so nett, es gab so
viele „Oh“ und „Ahs“, wie ich sie lange nicht für Gruppen und wunderschöne Wagen
gesehen hatte.
Dazu, selbst die, die durchs Mikrofon die Menge zusätzlich zu Fuß oder vom Wagen anheizten, machten einen unterhaltsamen Job. Ich war begeistert, sprach Teilnehmer an – man kannte mich schon und blieb vor mir stehen, posierte freundlich, wartete, dass ich den Auslöser drückte, und schloss wieder in seine Gruppe auf.
Das war ein faszinierender Sonntagnachmittag. Der bis in den Abend, um es vorwegzunehmen, andauern sollte.
In Worms wurde natürlich das Backfischfestherz und die Nibelungen in allen Varianten verwurstet, dazwischen Sportvereine wie Fechten, Rhythmische Sportgymnastik, Klettern, Fußball, Tennis, Kampfsport, Rugby, Wassersportvereine und noch mehr Kampfsport, Tanzgruppen und Grüppchen. – Ich fand auch die Vorführungen sehr gelungen. Da wurde getanzt und gebreakdanced, was das Zeug hielt, sie drehten sich und Reifen wurden geschwungen und der Gegner mit der Fechtspitze bezwungen.
Auch die Musikgruppen, ob per Dudelsack oder Guggenmusik. Alle richtig angenehm, nicht übertrieben laut, dafür schön anzuhören und zum Mitklatschen gemacht. Und auch visuell beeindruckend.
Leder-, Handwerks-Tänzer und Fischweiber (siehe letzten Blogeintrag) marschierten natürlich auch mit.
Übrigens
ließen sich Oberbürgermeister und Weinkönigin standesgemäß kutschieren. „Der
Bürgermeister von der Fischerwääd“ und seine Braut machten ihre Sache gut,
stampften mit viel Elan im Umzug per Fuß mit.
Die „Backfischbraut“ ist ohne Zweifel die bisher unterhaltsamste, seit ich die
Backfischfestumzüge verfolge. Die ist fröhlich und kommentierte später auch auf
der „Fischerwääd“ fleißig mit den Moderatoren die Umzugsnummern mit.
104 Umzugsnummern waren es. Bei Nummer 90 verließ ich meinen Platz am Anfang des Zuges und legte die ungefähr zehnminütige Strecke zur „Fischerwääd“ zurück, wo der Backfischfestumzug traditionell endet.
Überhaupt war die „Fischerwääd“ mit den vielen Fischen an den Fenstern, den Backfischfestherzen – alles übrigens in rot-weiß gestreift – ganz ordentlich und dem Anlass entsprechend geschmückt.
Auch hier Wohlfühlfaktor 99. Beeindruckend fand ich auch, dass die Leute auf den Fensterbänken saßen, teilweise im höchsten Stock, und von dort das Umzugstreiben verfolgten.
Die Ehrentribüne war mit zwei Moderatoren, die die Gruppen vorstellten, dem Bürgermeister von der „Fischerwääd“ und „„Backfischbraut““, Weinkönigin und anderen, die mir nicht bekannt sind, besetzt. Nach und nach gesellten sich auch die Repräsentanten aus den Vororten dazu, wenn sie mit ihrem Wagen die Ehrentribüne erreicht hatten. Wie bereits erwähnt, kommentierte die „Backfischfestbraut“ ordentlich mit. Es war auch vorauszusehen, dass jede Gruppe mit großen und wohlverdienten Tada und lieben Worten verabschiedet wurde – und unter lauten und stimmungsvollen „Ahoi“-Rufen.
Was ich auch schätzte: Manche schwankten bereits bei der Entscheidung, ob sie weitertrinken sollen oder nicht, aber es blieb friedlich. Und selbst wenn man sich aus Versehen einmal anrempelte, sagte man: „Sorry, meine Schuld“, dann lächelte man sich an, nahm einfach wieder wie zuvor am Geschehen teil.
Auch die internationalen Teilnehmer machten viel Freude, ob Teilnehmer aus Afrika oder „Magisches Thailand“. Die Damen trugen ein sehenswertes Make-up, Schmuck und farbenfrohe Gewänder.
Auch Wormser Firmen, wie Gerüstbau, Müllbeseitigung, Abriss oder Malermeister, vermittelten dem Ganzen etwas Heimeliges.
Mit dem „Zauberer von Oz“, Löwe, Strohmann und Co. wurde es märchenhaft.
Bis 18 Uhr 21 stand ich auf der „Fischerwääd“.
Erst mochte ich noch dem Festplatz einen Besuch abstatten, doch das ließ ich
bleiben. Die Verlockung, nach über viereinhalb Stunden Fotografieren und des
Fröhlichseins, hatte sämtliche Kapazitäten in mir erschöpft, und die letzten 5
% Akku brauchte ich, um mich Richtung Busbahnhof zu trollen.
Zuhause aß ich zwei kleine Steaks, Kroketten, die ich wie Umzugswagen hintereinander auf dem Teller anordnete, bevor ich sie im Ketchup regelrecht ersaufen ließ.
Seitdem sitze ich hier. Hab über 1000 Umzugsbilder geknipst und die, die nicht zu gebrauchen sind, aussortiert. Dabei höre ich einen Podcast mit der Schriftstellerin „Caroline Wahl“.
War mit mir zufrieden.
Apropos Frieden, wenn wir alle immer so generationenübergreifend miteinander umgehen würden, wie heute – mit Rücksicht, Vorsicht, Verständnis – dann wäre das Leben möglicherweise noch immer kein Himmel auf Erden, doch sicherlich noch um einiges besser.
Wenn es „gestoppte voll“ gibt, gibt es von nun an auch: „Gestoppte toll“. Dieser Sonntag war ein einzig langes Highlight. – Erst hatte ich statt „Highlight“ „Höhepunkt“ geschrieben, doch das ist selbst mir zu schlüpfrig.
Passt auf euch auf, wer immer ihr auch seid!?
