Der
Donnerstag begann mit ungeheuren Bauchschmerzen.
Nicht mit den Brustschmerzen verwechseln, wie ich sie schon zwei- oder dreimal
hatte.
Gegen 5 Uhr
in der Früh rollte ich mich schweißgebadet aus dem Bett.
Ich hatte das Gefühl, jemand hätte seinen Sperrmüll in meinen Bauch abgestellt.
Das Rollen ist hier wörtlich zu nehmen. Ich rolle mich wirklich seit Wochen aus dem Bett heraus, da ich nach wie vor etwas ängstlich bin, dass mich ein Krampf oder auch zwei ins Bein fahren. Jedes Mal ist es vom Kopf her eine Erlösung, wenn ich dann unverkrampft neben dem Bett stehe.
So saß ich von sehr frühmorgens bis zum Alltagsbeginn vor dem Computer und versuchte, mich abzulenken.
Irgendwann ging es dann wieder. Herunter bekam ich so gut wie nichts.
Ich zwang mich zum Verspeisen einiger heller Weintrauben und einem Glas Mineralwasser. Denn ganz ohne etwas im Bauch ist eben auch Scheibenkleister.
Das Lesen im Bus, die künstlich erzeugte Verkürzung des Alltags und dann wieder das Lesen halfen mir über die bis weit in den Nachmittag hineinbleibenden Bauchschmerzen hinweg.
Praktisch mit der letzten Seite von „Forever Interrupted“ hatte mein Bauch auch
den heimlich abgestellten Sperrmüll eingeschmolzen. Das muss mindestens eine
Waschmaschine, ein Trockner und eine Spülmaschine gewesen sein.
Zuhause war
ich noch immer von diesem Tag angeschlagen.
Alles ging mir auf den Zeiger. Bruder, der zu blöde ist, „Guten Abend“ zu
sagen. Sollte mich nicht jucken, tat es aber trotzdem. Eltern mit ihrer
Nachfragerei: „Was ist denn mit dir?“
Ich war wirklich muffig. Blieb auch über lange Zeit des Abends muffig.
Nicht patzig oder unhöflich, einfach ungewohnt muffig.
Worüber ich mich selbst am meisten ärgere.
Mittlerweile fühle ich mich wieder okay. Doch mir hängt das nach, dass ich nicht so geschickt reagiert habe, wie ich das in meinem Alter können sollte. Da muss man eben auch mal, vor allem gegenüber Eltern im fortgeschrittenen Alter, Gefühle und Wehwehchen überspielen können und sollen?!
Passt
auf euch auf, wer immer ihr auch seid!?
