Gerade eben, Punkt 3 Uhr 5, habe ich mein Mobilphone zur Seite gelegt.
Ich hätte mir nicht träumen lassen, dass das erste längere „WhatsApp"-Tippseln mit einer meiner Blognachbarinnen im Jahr 2026 stattfindet.
Hauptsächlich ging es dabei um Empathie und Menschlichkeit.
Und da habe ich in dieser Silvesternacht tatsächlich etwas mit herausgenommen. Dinge, die ich auch an mir weiter vorantreiben kann, muss, werde und will.
Ich bin wirklich gut nach 2026 gerutscht und dort weich gelandet.
Weil das wieder so ein einfacher Abend war – so stinknormal, dass er gerade wegen seiner besonderen Familiennähe außergewöhnlich auf mich wirkte.
Möglicherweise bin ich da aber auch zu verwöhnt.
Ich habe ja immer mindestens eine (meist deutlich mehr) Person um mich herum, die mit mir Anlässe wie Weihnachten oder Silvester feiert und die im Zweifelsfall – wenn ich es brauche – auch mal ein gutes und aufbauendes Wort für mich übrighat.
Bitte unbedingt, ja nicht damit aufhören.
Bruder war eigentlich bei Freunden eingeladen.
Doch ihm wurde abgesagt – die Hauptgastgeber fühlten sich eine Stunde vor Feierbeginn nicht wohl.
So blieb Bruder bei Eltern und mir.
Anfangs war ich über sein Hierbleiben nur so mittelmäßig erfreut.
Was definitiv nicht richtig und ziemlich egoistisch war.
Am Silvesterabend verquasseln Vater und ich – normalerweise in Mamas Beisein – eine Musikshow im TV und lachen dabei mehrmals Tränen.
Bis wir uns, Eltern und ich, Punkt Mitternacht zum Jahreswechsel gratulieren.
Viel anders war es mit Bruder auch nicht.
Vater und ich verzichteten auf unsere Insider.
Keine Sorge: Mein Bruder und Vater haben natürlich auch ihre gemeinsamen Wellen, auf denen nur sie zusammen surfen und ich höchstens im Groben mitbekomme, was da gerade Sache ist.
Am Küchentisch war meine Laune noch so lala.
Wahrscheinlich musste ich erst einmal verkraften, dass Bruder ebenfalls hierblieb.
Dennoch aßen wir in entspannter Atmosphäre: Rippchen mit Kartoffelsalat und Brot. Für mich durfte der Ketchup nicht fehlen. Meine Leidenschaft, tote Tiere in Ketchup zu ertränken, ist bekannt und unter den Menschen, die mich kennen, auch berüchtigt.
Nach dem Abwasch im Familienschnellgang wechselten wir ins Wohnzimmer.
Die Politiker nudelten ihre Neujahrsansprachen routiniert, aber mit vielen wichtigen Botschaften herunter.
Die Musikshow dudelte – und wir als Familie aßen Chips und Schokolade und später sogar gemischtes Eis.
Ich bin gerade dabei, die heute etwas übertriebene Zuckereinfuhr mit der Hilfe von literweise Mineralwasser zumindest langsam wieder abzubauen.
Punkt Mitternacht fielen wir uns in die Arme.
Familienglück pur!
Und in meiner Gefühlswelt hätte sich der Jahreswechsel kaum besser anfühlen können.
Ein Prosit, ein Prosit auf das Jahr 2026!
Mama blieb – wie in den vergangenen Jahren – im Haus.
Sie mag das Feuerwerk überhaupt nicht mehr leiden und zuckt bei jedem Zisch- und Knallgeräusch zusammen.
Vater und ich fotografierten das Feuerwerk.
Fünfundzwanzig Minuten bunter Farbepracht, nicht zu übersehen und dank übertrieben lauter Böller auch nicht zu überhören.
Vielleicht ist mein Gehör heute auch empfindlicher als früher.
Die Nachbarschaft gegenüber feiert fast jedes Jahr eine Silvesterparty mit Freunden.
Darunter befand sich auch die erste Braut, die mich jemals für eine Hochzeit engagierte, und deren Tochter bei den ganz Kleinen als Minitrainerin hilft.
„A" – die erwähnte ehemalige Braut – ist nach wie vor eine tolle Frau.
Ich mag sie für ihre Empathie und dafür, wie sie insgesamt mit Menschen umgeht und auch seit jeher mit mir.
Wir sprachen einige Minuten miteinander, möglicherweise für einen 1. Januar etwas zu viel über Sport. - Doch das fühlte sich okay an.
Soweit die Gerüchte stimmen, macht sie derzeit auch keine ganz leichte Zeit durch.
So wünschte ich ihr ein besonders glückliches 2026.
Auch mit den neuen Straßenbewohnern – nur ein Haus weiter – wünschten wir uns auf der Straße alles Gute für das neue Jahr.
Papa und Bruder wussten mit ihnen deutlich mehr anzufangen.
Ich gab artig die Hand und beglückwünschte zum neuen Jahr, während Vater mit der Frau locker und flockig – wie es seine Art ist – Konversation betrieb.
Dabei erfuhr ich, dass man im Juni heiraten möchte und dass die Straßen-Neuankömmlinge ein Baby haben.
Auch einer dritten Partei, die Papa schätzt, sagten wir, Bruder, Papa und ich:
„Prost Neujahr."
Kaum zurück im Haus, war der Silvesterabend (fast) vorbei.
Noch zwanzig Minuten saßen wir zusammen und nährten uns an den menschlich wärmenden Familienflammen – und ein wenig an „Hello Again" von „Howard Carpendale", der den Song gerade im TV schmetterte.
Ich prognostiziere, dass 2026 ein gutes Jahr wird.
Mit 2025 bin ich jedoch auch nicht ganz unzufrieden.
Sieht man einmal von den vielen Menschen ab, die uns genommen worden sind.
Außerdem wünsche ich mir, dass 2026 mich auf gleich mehreren Ebenen voranbringt, mich wachsen lässt und mich erkennen lässt, was wirklich – und ich meine wirklich – wichtig ist.
Passt gut auf euch auf und seid nett zueinander, wer immer ihr auch seid!?