Das war einer dieser Freitage, die einfach da waren. Zu mehr wird dieser Freitag vermutlich auch irgendwann in einer Rückblende nicht taugen. Es gab ein paar Up and Downs, die dazu führten, dass ich den Abend mehr stänkernd im Kopf als mit „Let's Dance" auf der Mattscheibe beschäftigt war.
Ich musste mich ziemlich im Zaun halten, damit ein schlummernder Wut-Vulkan nicht aus mir herausbricht. Stattdessen habe ich in der Übungsstunde zwar laut und deutlich, aber ohne Geschrei gesagt:
„Dass ihr euch nicht schämt, euch so zu benehmen."
Ich verlange wirklich nicht viel: ein klein wenig Mitwirken, Konzentration und dass man in meinem Rücken keine Flaschen umschlägt oder Bottleflips auf dem Turnhallenboden macht.
Später, zum Ende der Trainingseinheit, sagte ich auch zu den Eltern der Trainingsteilnehmer:
„Ich werde mir das jetzt noch bis zu den Sommerferien ansehen. Wenn das Training nicht die von mir gewohnte und geforderte Form annimmt, trenne ich die Gruppe und teile sie in zwei auf. Die, die schon trainieren können, und die, die es noch lernen müssen. Selbstverständlich werden wir dann auch eine Wettkampfsaison aussetzen müssen."
Eltern habe ich selten so sprachlos gesehen. Dass ich mir so etwas herausnehme, ist sowieso schon fast eine Frechheit, schließlich sind die eigenen Kinder ja meistens keine kleinen Störenfriede. Die Münder standen kurz offen, doch nachdem die Kids umgezogen waren, wurde beim Verlassen der Turnhalle bereits munter weitergetratscht.
„Mein Kind benimmt sich doch nicht daneben."
„Doch, tut es. Ätschibätsch."
Ich hätte gern mit den Eltern „Let's Dance" geschaut, musste jedoch erst einmal meinem Unmut ausführlicher im Trainertagebuch Luft machen. Und da man mir nun auch noch einen Heimwettkampf aufdrückte, hatte ich am Abend zusätzlich einiges Organisatorisches zu klären.
„Let's Dance" lief dabei mit Lautstärke 8 über den Fernseher, sodass ich mit gespitzten Ohren mehr hörte als sah, wie getanzt und bewertet wurde.
Ich wünschte, der Samstag wäre ein „Sams"-Tag, dann hätte ich heute gleich mehrere Wünsche frei. Solange jedoch kein „Sams" um die Ecke kommt, muss ich mir meine Wünsche eben selbst erfüllen. Damit fange ich jetzt sofort an:
1.Wunsch: lecker frühstücken.