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Während ich hier schreibe, dudelt ausnahmsweise der Fernseher.
Hat doch „Alexander Zverev" die Chance, sich endlich seinen Traum zu erfüllen, eines der vier größten Tennisturniere der Welt zu gewinnen: die „French Open".
Bereits dreimal stand der Deutsche in einem Grand-Slam-Finale, gewinnen konnte er bisher keines … doch heute ist es soweit … zumindest sagt das mein Gefühl.
Das sollte ein gemütlicher Samstag werden. Buchhandlung, Eis, ein bisschen die notwendigsten Dinge einkaufen, etwas Computer-Schreib-Kurs. – Doch kaum am Busbahnhof merkte ich schon, dass etwas anders ist.
Mehrere Gruppen in Turnoutfits und Tanzkostümen kamen mir in den verschiedensten Richtungen entgegen.
In der Stadt fiel es mir ein: Deutsches Landesturnfest Rheinland-Pfalz.
Gesprochen hatten wir im Verein/Vorstand kaum darüber.
Ich glaube es zwar nicht, doch es hätte sein können – mit etwas Vorbereitungszeit – dass ich auch mit einer meiner Sportgruppen gerne teilgenommen hätte. Zumindest die Chance gehabt zu haben, wurde mir so genommen.
Ich erkundete, sieht man vom Flussufer ab, die Veranstaltung, die sich über die gesamte Innenstadt ausbreitete. Sah den Judokas zu, den Fußballern, Tänzerinnen und Turnern auf der Bühne am Obermarkt. Tischtennis in der normalen Variante und auch Varianten mit Mini-Schlägern oder überdimensionalen Schlägern.
Auch wurde gefochten oder künstliche Berge aufgestellt, die man unter Aufsicht hochklettern konnte. Tennis konnte ausprobiert werden, eine Kampfsportart mit Stock, Rugbybälle durften in ein Ziel geworfen werden und der Baseballschläger geschwungen.
Auch wurden extra aufgestellte Mäuerchen mit Leinwänden aufgestellt, die man bemalen konnte.
Am Lutherplatz konnten die Kids und Jugendlichen über eine Air-Track-Bahn turnen oder sich durch einen Parcours hangeln.
Auch gab es Essensstände – die ich jedoch nicht näher in Augenschein nahm, da sich dort Menschenschlangen von vielen Metern bildeten.
Gut, dass ich die Kamera dabeihatte – um drei, vier Bildchen zu machen. Landesturnfest in Worms kommt eben auch nicht jedes Jahr vor.
Zurück am Obermarkt traute ich meinen Augen nicht.
Spielte dort doch unser Vereinsorchester. Wtf … wieso weiß ich das nicht? … Ich dachte, ich sei der Mensch, der für die Vereinsbilder informiert wird – aber mich hatte niemand darüber informiert.
Unsere Vereinsmusiker waren gut, hatten ihren Fanclub bestehend aus Familien und Anhang dabei und zeigten ein buntes Potpourri aus Märschen, Kinderliedern, Rock, Pop und Klassik.
Auf meinen Erkundungstouren traf ich auch auf das ein oder andere bekannte Gesicht. Seltsamerweise wussten viele sofort, dass ich der Trainer aus diesem Verein bin, während ich meist wusste, dass ich mit den Menschen gesprochen hatte, sie aber nicht zuordnen konnte, zu welchem Verein oder welcher Sportart sie gehören.
Diese friedliche Atmosphäre und ein großes Miteinander prägten das Bild der Veranstaltung – ebenso die roten Luftballons, die überall an den Ständen angebracht waren oder von den Teilnehmern des Landesturnfestes mitgeschleppt wurden.
Großes Lob auch an den Wettergott.
Bei 28 C°, Sonnenschein und einem dünnen Windchen waren die Bedingungen ideal für eine solche Veranstaltung.
Zwischenstand: „Zverev" führt 5:1 gegen den Italiener „Cobolli".
Sollte der Deutsche jetzt den Punkt bei Aufschlag Cobolli machen, hat er den ersten Satz im Sack.
Jawohl, da ist er, der erste Satz für „Alexander Zverev"!
Am Samstagabend schaute ich den Nationalspielern mit Papa zu, wie sie erfolgreich 2:1 gegen den Mit-WM-Gastgeber USA kickten.
Das Spiel macht Hoffnung, dass es bei dieser Weltmeisterschaft wieder ein Stück weiter gehen könnte als beim letzten Mal. Ich bin sehr, sehr optimistisch.
… Kritiker könnten mir jetzt vorwerfen, dass ich das ja immer bin.
Der Tennisball rollt, ich fühle mich erholt – habe ausgeschlafen, bin geduscht, mache gleich meinen Trainingskram für die Woche fertig.
Fange nun richtig mit der Planung für die Ferienspiele an – und bin mir sicher, am Abend verbringe ich viel Zeit mit meinen liebsten gemeinsam.
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