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Kramat · Dollar Brand / Abdullah Ibrahim

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Blue Bolero · Abdullah Ibrahim

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R.I.P. Abdullah Ibrahim

Abdullah Ibrahim (arabisch , Geburtsname Adolph Johannes Brand; * 9. Oktober 1934 in Kapstadt; † 15. Juni 2026 in Pri...

Abdullah Ibrahim (arabisch , Geburtsname Adolph Johannes Brand; * 9. Oktober 1934 in Kapstadt; † 15. Juni 2026 in Prien am Chiemsee) war ein südafrikanischer Pianist und Komponist. Daneben spielte er auch FlöteSaxophon und Cello. Abdullah Ibrahim galt als Protagonist des Modern-Creative-Stils in der Jazzmusik. Vor seiner Konversion zum Islam und der Annahme des Namens Abdullah Ibrahim im Jahr 1968 trat er unter dem Künstlernamen Dollar Brand auf. Seine Komposition Mannenberg wurde zu einer inoffiziellen Hymne des Widerstands gegen die Apartheid.

Leben und Wirken

Ibrahim wuchs bei seinen Großeltern in Kensington auf, einem armen, überwiegend von Schwarzen bewohnten Viertel Kapstadts. Sein Vater wurde ermordet, ebenso einige seiner Freunde. Einen Ruhepunkt fand er in der African Methodist Episcopal Church, in der seine Mutter und seine Großmutter Klavier spielten.Ibrahim wuchs in einem stark von dieser Kirche geprägten Umfeld auf; seine Großmutter war dort Gründungsmitglied und seine Mutter Chorleiterin. Er besuchte eine Schule im kulturell vielfältigen District Six, dessen kreative Atmosphäre seine frühe musikalische Entwicklung mitprägte. Im Alter von sechs Jahren begann er Klavier zu spielen. Mit sieben Jahren komponierte er erste eigene Stücke und erhielt Unterricht beim Lehrer der örtlichen Schule. Mit 16 Jahren beendete er den formalen Unterricht und setzte seine musikalische Ausbildung eigenständig fort.

1949 wurde er professioneller Musiker, zunächst als Begleiter der Gesangsgruppe Streamline Brothers; später spielte er in Gruppen wie den Tuxedo Slickers und der Willie Max Big Band. Ab 1958 leitete er mit Kippie Moeketsi ein Quartett, zu dem Johnny Gertze am Bass und Makaya Ntshoko am Schlagzeug gehörten. 1959 formierte sich daraus unter Einbeziehung von Hugh Masekela und Jonas Gwangwa das Sextett Jazz Epistles. Die Gruppe nahm 1960 Jazz Epistle Verse One auf, die erste abendfüllende Jazz-LP schwarzer südafrikanischer Musiker in Südafrika. Die zunehmende Verschärfung der Apartheid setzte auch die südafrikanische Jazzszene unter Druck; obwohl die Musik der Jazz Epistles nicht ausdrücklich politisch war, geriet die Gruppe ins Visier staatlicher Stellen.

1962 nahm Ibrahim die Gelegenheit wahr, Südafrika zu verlassen, nachdem er mit dem Musical King Kong bei einem England-Gastspiel gewesen war. Gemeinsam mit der südafrikanischen Jazzsängerin Sathima Bea Benjamin, die 1965 seine Frau wurde, ließ er sich zunächst in Zürich nieder. Dort trat er mit Johnny Gertze und Makaya Ntshoko fast zwei Jahre lang als Dollar Brand Trio vor allem im Café Africana auf. Benjamin stellte in der Schweiz den Kontakt zu Duke Ellington her, der das Trio im Café Africana hörte und anschließend förderte.

Durch Ellingtons Vermittlung konnte das Trio das Album Duke Ellington Presents the Dollar Brand Trio aufnehmen, das 1963 bei Reprise erschien, und auf bedeutenden Festivals wie in Antibes auftreten. 1963 gastierte Ibrahim zusammen mit Sathima Bea Benjamin in Paris; 1964 und 1965 tourte er durch Europa und trat unter anderem im Jazzhus Montmartre in Kopenhagen auf. 1965 übersiedelte er nach New York und spielte beim Newport Jazz Festival. In den USA arbeitete er mit einem eigenen Trio sowie mit John Coltrane und Ornette Coleman. 1966 vertrat er Ellington bei einigen Konzerten des Duke Ellington Orchestra, löste anschließend sein Trio auf und gehörte für ein halbes Jahr dem Quartett von Elvin Jones an. In den folgenden Jahren arbeitete er in unterschiedlichen Projekten, unternahm 1968 eine Solotournee, spielte in der Band von Don Cherry und trat im Duo mit Gato Barbieri auf. 1968 konvertierte er zum Islam und nahm den Namen Abdullah Ibrahim an.

Die Tanzmusik und religiösen Hymnen aus den südafrikanischen Townships zählten neben den Kompositionen Duke Ellingtons zu den wichtigsten Einflüssen auf Ibrahims Werk. Seine religiöse Spiritualität wurde zu einem wesentlichen Bestandteil seiner Musik. Pianistisch war er deutlich von Thelonious Monk und Randy Weston beeinflusst. In seinen Improvisationen führte er US-amerikanischen Jazz mit südafrikanischen Genres wie MarabiMbaqangalangarmvastrap und ticky draai zusammen; diese Mischung prägte den als Cape Jazz bezeichneten Stil. Ibrahim trat sowohl solistisch und im Sextett als auch mit größeren Formationen auf, denen unter anderem Carlos Ward, Don Cherry und Johnny Dyani angehörten.

1974 organisierte Ibrahim während eines vorübergehenden Aufenthalts in Südafrika Aufnahmen mit Cape-Jazz-Musikern wie Basil Coetzee und Robbie Jansen. Im Juni 1974 entstand in Kapstadt die knapp 14-minütige Studioversion von Mannenberg – Is Where It’s Happening in einem einzigen Durchlauf als kollektive Improvisation.Das Stück bündelte südafrikanische und internationale musikalische Ausdrucksformen und wurde zu einer der prägendsten Kompositionen des südafrikanischen Jazz. Binnen eines Jahres verkaufte sich die Aufnahme häufiger als jedes andere südafrikanische Jazzalbum; durch Aufführungen bei politischen Protestveranstaltungen entwickelte sie sich zu einem Lied des Widerstands und der Selbstbehauptung gegen die Apartheid.

Bei einem weiteren Aufenthalt in Südafrika organisierte Ibrahim 1976 ein Jazzfestival, bei dem die Rassentrennungsvorschriften des Apartheidregimes missachtet wurden. Nach dem Aufstand in Soweto vom 16. Juni 1976 erklärte er seine Unterstützung für den damals verbotenen African National Congress und kehrte nach New York zurück.

Ibrahim gab im August 1982 in Maputo eine Serie von „Freiheitskonzerten“ zum Gedenken an die bei einem Bombenattentat in der Stadt getötete Sozialwissenschaftlerin Ruth First. Zu den Mitwirkenden gehörte seine Frau Sathima Bea Benjamin. Die Konzertveranstaltungen erhielten durch die Anwesenheit von Samora Machel und dessen Frau Graça Machel besondere politische Bedeutung.

1982 präsentierte er in Europa seine Kalahari Liberation Opera. Nachdem Ibrahim 1990 in Deutschland den kurz zuvor freigelassenen Nelson Mandela getroffen und dieser ihn zur Rückkehr aufgefordert hatte, kehrte er nach Südafrika zurück. Er beeinflusste in der Folge die südafrikanische Jazzszene maßgeblich, behielt jedoch zugleich einen Wohnsitz in New York. 1994 spielte er mit einem Sinfonieorchester bei der Amtseinführung Mandelas zum Präsidenten Südafrikas.1999 gründete Ibrahim in Kapstadt eine Akademie zur musikalischen Ausbildung junger Südafrikaner.Aus dieser Bildungsarbeit ging auch die Akademie „M7“ hervor; 2006 initiierte er außerdem das aus 18 Musikern bestehende Cape Town Jazz Orchestra. 2016 trat er erstmals ab 1960 wieder mit Hugh Masekela auf; die Wiedervereinigung der Jazz Epistles erinnerte zugleich an den 40. Jahrestag des Aufstands in Soweto.

Wiederholt arbeitete Ibrahim mit Big Bands und Sinfonieorchestern zusammen. Aus der Kooperation mit Daniel Schnyder, der seine Kompositionen orchestrierte, entstand 1997 die African Suite für Jazztrio und Sinfonieorchester. Er arbeitete außerdem mit George Gray, Buddy Tate und Max Roach zusammen. Auch Soloprogramme bildeten einen wichtigen Teil seines Schaffens, darunter das auf Senzo von 2008 dokumentierte Programm. 2011 schrieb er den Klavierzyklus African Songs. Als Interpret wurde er als „ein Zauberer der Wiederholung, und hinter jedem Ton steht eine ganze Landschaft“ charakterisiert; seine Musik „strahlt Weite und Ruhe aus“.

In seiner rund acht Jahrzehnte umspannenden Laufbahn nahm Ibrahim mehr als 70 Alben auf.Als letzte Aufnahme erschien 2024 das Doppelalbum 3. Seinen letzten Soloauftritt absolvierte er im März 2026 beim Cape Town International Jazz Festival.

1999 wurde Ibrahim mit dem Order for Meritorious Service in Silber ausgezeichnet,im Jahr darauf mit dem Ehrenpreis der deutschen Schallplattenkritik. 2009 erhielt er den Aachener Innovationspreis Kunst, der mit 10.000 Euro dotiert und von der Peter-und-Irene-Ludwig-Stiftung vergeben wird. Im selben Jahr wurde er mit dem Order of Ikhamanga in Silber geehrt. 2017 erhielt er die German Jazz Trophy.

Aus der Ehe Ibrahims mit Sathima Bea Benjamin stammen die New Yorker Underground-Rapperin Jean Grae und der Sohn Tsakwe. Ibrahim lebte mit seiner aus Italien stammenden zweiten Frau in Aschau im Chiemgau. Nach kurzer Krankheit starb er im Alter von 91 Jahren am 15. Juni 2026 im Kreis seiner Familie in Deutschland

Quelle: Wikipedia

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Five Will Get You Ten · Jackie McLean

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T.S. Monk - Two Timer

Sonny Clark hat den Titel „Two Timer“ tatsächlich von Thelonious Monk übernommen und unter dem Namen „Five Will Get...

Sonny Clark hat den Titel „Two Timer“ tatsächlich von Thelonious Monk übernommen und unter dem Namen „Five Will Get You Ten“ veröffentlicht.Hier sind die genauen Hintergründe dieses Vorfalls:Die Entstehung: Monk komponierte das Stück unter dem Titel „Two Timer“, nahm es jedoch selbst nie offiziell auf. Er bewahrte die Noten häufig im Haus der Baroness Pannonica de Koenigswarter auf, einem berühmten Treffpunkt für Jazzmusiker.Der „Diebstahl“: Sonny Clark, der damals stark heroinabhängig und finanziell verzweifelt war, nutzte diese Gelegenheit. Er entnahm vermutlich das Lead-Sheet, änderte den Titel in „Five Will Get You Ten“ und gab es als seine eigene Komposition aus, um GEMA-Tantiemen zu kassieren.Die Aufnahme: Clark brachte das Stück im Oktober 1961 mit zu einer Aufnahmesession des Altsaxophonisten Jackie McLean (veröffentlicht auf dem Album A Fickle Sonance).Die Konsequenzen: Monk, der Clark sehr schätzte und ihn wie einen jüngeren Bruder behandelte, wusste von der Urheberrechtsverletzung, unternahm jedoch nie rechtliche Schritte gegen ihn. Monks ursprüngliches Notenblatt wurde erst in den 1990er Jahren wiederentdeckt und schließlich von Monks Sohn auf dessen Album Monk on Monk eingespielt.

 

Quelle : Wikipedia

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Here I Am · Donald Byrd

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Body and Soul - Charles Mingus

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Myself When I Am Real · Charles Mingus

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Sonny Rollins - Solitude

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R.I.P. Sonny Rollins

Sonny Rollins eigentlich Walter Theodore Rollins (* 7. September 1930 in New York City; † 25. Mai 2026 in Woodstock,...

Sonny Rollins eigentlich Walter Theodore Rollins (* 7. September 1930 in New York City; † 25. Mai 2026 in Woodstock, New York) war ein US-amerikanischer Tenor-Saxophonist und Komponist des Modern Jazz. Rollins war einer der letzten prominenten Musiker der Bebop-Generation und veröffentlichte seit den späten 1940er Jahren mehr als 60 Alben unter eigenem Namen. Sonny Rollins war einer der einflussreichsten Jazz-Saxophonisten; er löste „die Improvisation aus der Umklammerung des Themas. Mit Kraft und Witz erfand er endlose Assoziationsketten, die bereits Mitte der 1960er-Jahre in Solokonzerten gipfelten.“

Rollins’ Spielweise zeichnete sich durch seine kraftvolle Klangfarbe, seine melodische Improvisation und seine technische Virtuosität aus. Er war bekannt für seine Fähigkeit, komplexe Rhythmen zu meistern und einzigartige musikalische Ideen zu entwickeln.

Leben und Werk
Rollins’ Eltern stammten von den karibischen Jungferninseln; seine Mutter Valborg kam von St. Thomas und sang ihm als Jungen häufig und gerne Lieder aus ihrer Heimat vor. Er wuchs in Harlem auf, wo ihn die Nähe zu Spielstätten wie dem Savoy Ballroom und dem Apollo Theater sowie die Musik von Louis Jordan, Fats Waller und Coleman Hawkins prägten. Schon früh kam er mit dem Saxophon in Berührung: Nach späterer Erinnerung bekam er im Alter von sieben Jahren von seiner Mutter ein Altsaxophon und war sofort von dem Instrument fasziniert. Zunächst spielte er nach dem Vorbild seines Bruders auch Klavier; als Teenager wandte er sich dem Altsaxophon zu und kam 1946 zum Tenorsaxophon. Erste Erfahrungen sammelte er im Harlemer Jazzclub Luckey’s Rendezvous. In der Highschool spielte er in einer Band mit später bekannten Musikern wie Jackie McLean, Kenny Drew und Art Taylor.1949 nahm er an der Seite von Babs Gonzales seine erste Schallplatte auf. Im gleichen Jahr folgten Aufnahmen mit J. J. Johnson, Bud Powell und Art Blakey. In der Anfangszeit seiner Karriere arbeitete Sonny Rollins am häufigsten mit Miles Davis zusammen, mit dem er seit 1951 auch zusammen aufnahm. Im Januar 1951 entstand mit I Know die erste Single unter Rollins’ Namen, und zwar bei Miles Davis’ erster Session für Prestige (Miles Davis and Horns).

1954 komponierte er für eine Davis-Aufnahme drei Rollins-Kompositionen, die zu Jazzstandards werden sollten: Airegin, Doxy und Oleo. Außerdem entstanden Aufnahmen mit dem Pianisten Thelonious Monk, der ihn stark beeinflusste. Wie viele Jazz-Musiker in den 1950er Jahren war Sonny Rollins drogenabhängig. Seine Drogenabhängigkeit führte 1950 zu einem bewaffneten Raubüberfall, nach dem er zehn Monate auf Rikers Island inhaftiert war; 1955 gelang ihm nach einem Rehabilitationsprogramm der Entzug. Nach dem Entzug spielte er als Nachfolger von Harold Land bis 1956 im Quintett zusammen mit Clifford Brown und Max Roach.

Nach Browns Tod 1956 und einem kurzen Gastspiel im Miles-Davis-Quintett trat er im Folgenden meist unter eigenem Namen auf, häufig im damals ungewöhnlichen Trio ohne Harmonieinstrument (heute eine Standardbesetzung, für die er Vorreiter war). 1956 erschien mit dem Album Saxophone Colossus eine seiner bedeutendsten Aufnahmen, u. a. mit dem Calypso St. Thomas (eine Reverenz an die karibische Herkunft seiner Mutter), der ebenfalls zum Jazzstandard wurde. Das auf demselben Album enthaltene Blue Seven wurde später als Beispiel für Rollins’ thematische Improvisation hervorgehoben, bei der aus kleinen Motiven weitgespannte Soli entwickelt werden. Mit Way Out West (1957) erprobte Rollins die pianolose Trioform aus Saxophon, Bass und Schlagzeug in einem spielerisch mit Western-Motiven arbeitenden Album weiter. Auch in den folgenden Jahren schrieb er mit Blues Waltz, Valse Hot, Pent Up House, Blue Seven und Pauls Pal Kompositionen, die häufig von anderen Musikern interpretiert werden. 1956 fand auch die einzige Studiobegegnung mit John Coltrane statt (Tenor Madness), als sie über einen Blues in B zwölf Minuten improvisierten.

Seine knapp zwanzigminütige Freedom Suite nahm er 1958 auf; sie entstand nach rassistischer Diskriminierung bei der Wohnungssuche in New York und verband die offene Trioform mit einem frühen musikalischen Beitrag zu Bürgerrechts- und Freiheitsdebatten. 1959 hatte er in San Francisco ein Quartett mit Scott LaFaro, Elmo Hope und Lennie McBrowne, das danach Harold Land übernahm. Im selben Jahr trat er im Trio mit Pete LaRoca und Henry Grimes auch in Deutschland auf, besuchte das Sanremo-Jazzfestival und trat in Chicago beim Playboy Jazz Festival auf. Seit 1956 spielte er innerhalb von nur drei Jahren „vierzehn brillante Alben“ ein. Ab Mitte der 1950er Jahre galt Sonny Rollins als talentiertester Nachwuchssaxophonist. Er gewann 1957 die entsprechende Kritiker-Umfrage des Down-Beat-Jazzmagazins und galt einige Zeit als der neben John Coltrane meist versprechende Tenorsaxophonist.

In der Zeit zwischen 1959 und 1961 zog er sich überraschend aus der Öffentlichkeit zurück, da er nach eigener Aussage zu viel in zu kurzer Zeit erreicht hatte. Er gab das Rauchen und den Alkohol auf, las viel in seinem Apartment in Manhattan, wurde Rosenkreuzer und versuchte sogar, das Saxophon-Spiel „neu zu lernen“. Da das den Nachbarn zu laut war, übte er häufig auf der nach Brooklyn führenden Williamsburg Bridge in New York City, wo er sich auch gelegentlich mit Steve Lacy traf. Während dieser Auszeit übte Rollins zeitweise bis zu 15 Stunden täglich auf dem Fußweg der Williamsburg Bridge. Über seine Erfahrungen, die „das Fundament für sein Leben als unerreichbarer Improvisator“ legten, sagte Rollins zu Whitney Balliett:

„Du stehst da oben über der ganzen Welt. Du kannst runterschauen, und da ist die Skyline, das Wasser, die Bucht. Es ist ein wunderschönes Panorama. Du kannst da oben so laut spielen, wie du willst. Und du kommst ins Nachdenken. Diese Pracht gibt dir eine ganz neue Perspektive.“
Die erste Aufnahme nach seinem Comeback (auf dem Wohltätigkeitskonzert für die Witwe von Booker Little 1961) nannte er in Anspielung darauf The Bridge. Das Album verband die symbolische Rückkehr mit einem kammermusikalisch warmen Quartettklang, der besonders durch das Gitarrenspiel von Jim Hall geprägt war. Die Brückenepisode wurde später so eng mit seiner Biografie verbunden, dass Forderungen aufkamen, die Williamsburg Bridge zu seinen Ehren umzubenennen. Bis 1966 arbeitete er auch mit Jim Hall (mit dem er ein Quartett hatte), Don Cherry (der Hall 1963 in seinem Quartett ersetzte) und Paul Bley zusammen. In dieser Phase öffnete er sein Spiel unterschiedlichen Richtungen: What’s New? (1962) griff lateinamerikanische Musik auf, Sonny Meets Hawk! (1963) stellte ihn seinem Tenorsaxophon-Vorbild Coleman Hawkins gegenüber, und East Broadway Run Down (1966) verband freiere Improvisation mit Rollins’ ausgeprägter melodischer Logik. 1963 reiste er nach Japan, 1965 auf das Berliner Jazzfestival und nach London. 1968 reiste er u. a. nach Indien; im selben Jahr trat er mit Mary Lou Williams in Kopenhagen auf. Ab 1969 zog er sich wieder zurück, diesmal bis 1971. Während dieses zweiten Rückzugs vertiefte er sich in einem indischen Ashram in Yoga, Philosophie und Meditation. Seit Anfang der 1970er Jahre war Rollins beim Label Fantasy Records unter Vertrag: Seine Schallplatten der 1970er und 1980er Jahre, bei denen er sich oft am Klang der Fusion-Welle orientierte, konnten jedoch qualitativ oft nicht an seine früheren Aufnahmen anknüpfen. In den 1970er Jahren nahm er auch R&B-geprägtes Material auf und interpretierte unter anderem Stücke von Stevie Wonder und Patrice Rushen. In den 1970er Jahren war er regelmäßig mit eigenem Quintett (ab 1972) und mit den Milestone All Stars (Ron Carter, Al Foster, McCoy Tyner, ab 1978) auf Tour, auch verschiedentlich in Europa, wie auch in den 1980er Jahren. 1974 spielte er mit Rufus Harley beim Montreux Jazz Festival und auf den Berliner Jazztagen. In den 1980er Jahren verband er sein Spiel weiter mit Funk- und Calypso-Elementen und spielte ungenannte Saxophonsoli für das Rolling-Stones-Album Tattoo You ein.

Seit den 1990er Jahren hatte er sich als einer der herausragenden Solisten des klassischen Modern Jazz etabliert und galt vielen „als der letzte große Event der Jazzgeschichte“. Seine Spielweise war kraftvoll, manchmal fast derb, jedoch immer sehr melodisch und von einem lakonischen Humor durchsetzt (er galt schon in der Schule als Spaßmacher). Rollins beschrieb seine Improvisation selbst als ein Vorgehen ohne vorgefassten Plan, bei dem er nur die Struktur eines Stücks im Bewusstsein behielt und die Ausgestaltung offen ließ. Er veröffentlichte weiterhin Aufnahmen, die von der Kritik wohlwollend aufgenommen wurden, und trat regelmäßig auf. Ende der 1990er Jahre verband er seine Musik auch mit Klimaschutzengagement, etwa durch Benefizkonzerte und das Album Global Warming (1998). Nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 wurde Rollins aus seiner Wohnung in Downtown Manhattan evakuiert; unter dem Eindruck dieser Erlebnisse nahm er das Album Without a Song: The 9/11 Concert auf, für das er 2006 den Grammy bekam. Rollins und seine Frau Lucille lebten damals nur sechs Blocks vom World Trade Center entfernt; wenige Tage nach der Evakuierung fuhr er mit seinem Saxophon nach Boston und spielte dort das Konzert, das später als Without a Song: The 9/11 Concert veröffentlicht wurde.

Rollins war 1957 kurz mit Dawn Finney verheiratet; Lucille Pearson lernte er im selben Jahr kennen und heiratete sie 1965. Lucille Rollins übernahm 1971 sein Management und kümmerte sich jahrzehntelang um Plattenverträge und Auftritte. 2004 starb Lucille Rollins. Rollins gründete nach einer Zeit der Trauer seine eigene Produktionsfirma Doxy Records. Ein weltweit operierender Vertrieb organisiert den Verkauf seiner Aufnahmen. Sein letztes Konzert gab er 2012; 2014 beendete er das Saxophonspiel, nachdem bei ihm Lungenfibrose diagnostiziert worden war.

Quelle : Wikipedia

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Red Wind · Jan Garbarek

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Love · John Coltrane

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Serenity · John Coltrane

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S'Posin' (Live) · Oscar Peterson Trio

Oscar Petersons Trio mit Bassist Ray Brown und Drummer Ed Thigpen gehörte zu den populärsten und swingendsten...

Oscar Petersons Trio mit Bassist Ray Brown und Drummer Ed Thigpen gehörte zu den populärsten und swingendsten Jazz-Formationen der 1960er Jahre. Live waren die perfekt aufeinander eingespielten Musiker ein unschlagbares Team.

Ein komplett unveröffentlichtes Konzert aus der Glanzzeit des Trios entdeckte Verve Records jetzt in seinem Bandarchiv: zwei Wochen begeisterten die drei Musiker im August 1960 das Publikum in Baker’s Keyboard Lounge in Detroit. Die damals geplante LP-Veröffentlichung des Konzertmitschnittes fand nicht statt und erfreut stattdessen jetzt, kurz nach Petersons 100. Geburtstag, seine zahlreichen Fans.

Quelle : jpc

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Norman Granz, Jazz and Justice | Verve 70

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